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Ein Frau hält zwei kleine Papierherzen in ihren Händen. Sie hält die Herzen zwischen Daumen und Zeigefinger. Ein Herz ist rot, das andere Herz ist blau.

Bayernweiter Selbsthilfefachtag Sucht und Gesundheit

16.09.2022

Bayernweiter Selbsthilfefachtag Sucht und Gesundheit

Einsamkeit, Realitätsflucht und passende Bewältigungsstrategien

v.l.n.r. Irena Težak, Ronald Stolz, Theresa Keidel, Vivienne Englert, Yasmeen Christ, Dr. Beate Erbas, Bürgermeisterin Jessica Euler, Daniel Elsässer, Dr. Winfried Bausback, Rosa Thul, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Prof. Dr. Dominikus Bönsch, Prof. Dr. Jörg Wolstein

Über den Umgang mit Gefühlen

Beim Selbsthilfefachtag Sucht und Gesundheit kamen rund 90 Teilnehmende aus ganz Bayern in Aschaffenburg zusammen, um sich zu den Themen „Sucht, Einsamkeit, Medienkonsum“ auszutauschen und Wege für den achtsameren Umgang mit sich selbst direkt auszuprobieren. Mehr als die Hälfte waren Selbsthilfeaktive, die anderen waren Fachpersonen aus Suchthilfeeinrichtungen, Selbsthilfekontaktstellen oder sozialpsychiatrischen Diensten.

Zusammenhänge von Einsamkeit und Abhängigkeit, Einsamkeit und Mediensucht, aber auch Depression und Sucht sind längstens bekannt. Sucht und Psyche gehören zusammen und brauchen neue Formen der Unterstützung – Angebote, die beides in den Blick nehmen – seien es Therapieplätze oder Wohnformen, die den ganzen Menschen behandeln. In der Selbsthilfe passiert dieses häufig bereits, denn hier geht es um die Bewältigung des Alltags, welche Schwierigkeit auch immer gerade im Vordergrund steht. Viele Menschen haben Doppel- oder Mehrfachdiagnosen und benötigen auch entsprechende Hilfsangebote.

Dafür plädierte Prof. Dr. Bönsch, Chefarzt und ärztlicher Direktor des Bezirksklinikums Lohr in seinem engagierten Vortrag.

Die Rolle der Sozialen Medien für Menschen mit einem Suchthintergrund beschrieb Prof. Dr. Jörg Wolstein, von der Uni Bamberg folgendermaßen: Einerseits erhalten sie dort die nötige soziale Unterstützung, andererseits verleiten die Medien auch dazu, den Herausforderungen des Alltags zu entfliehen. Was tun, um den Umgang wieder in den Griff zu kriegen? Auf sich achten und ehrlich sein, einen Plan erstellen und Freundschaften pflegen – und in die Selbsthilfegruppe gehen, sich mitteilen und Gemeinschaft spüren; empfiehlt der Experte.

In den Workshops am Nachmittag ging es vor allen Dingen um den persönlichen Austausch und um praktische Übungen.

Wie kann ich besser für mich selbst sorgen, auch wenn es herausfordernd oder schwierig ist? Welche Übungen kann ich leicht in meinen Alltag integrieren, die mich entspannter sein lassen?

Vorgestellt wurden digitale und analoge Hilfen im Bereich der Glücksspielsucht ebenso wie das Projekt „Aufmachen!“ – in dem es für junge Menschen darum geht psychisch stark in das Berufsleben zu starten. Außerdem diskutierten Betroffene und Interessierte zur Frage „Wie kann ich lernen kompetent mit den Medien umzugehen –im Workshop „Zocken, glotzen, chatten“.

Am Ende des Tages zogen die Veranstalterinnen von SeKo Bayern ein positives Fazit. Entspannte und zufriedene Teilnehmer*innen nahmen viele Anregungen für sich persönlich und für die Gruppenarbeit mit.

 

Veranstalter: Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. (SeKo Bayern)

Kooperationspartner: Aschaffenburg Aktiv!, Bayerische Akademie für Sucht und Gesundheitsfragen (BAS), Suchtberatungsstelle der Caritas Aschaffenburg

Förderer: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, Kassenärztliche Vereinigung Bayerns