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NEU! Veranstaltungen für das zweite Halbjahr

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KISS Rallye

Liebe Teilnehmer: innen,
herzlich willkommen zur KISS Rallye!

Unsere Rallye umfasst mehrere Stationen mit Wissenswertem und Rätseln und hat eine Länge von ca. 1,5 km. Begleitend wird es verschiedene Audioaufnahmen geben für geschichtliche Informationen aber auch um die nächste Station zu finden.

Die Audiodatei kann vor Ort mit einem internetfähigen Smartphone angehört oder vorab heruntergeladen werden (durch Klicken der drei Punkte).
Außerdem finden Sie die Audiodatei in schriftlicher Form hier auf der Website oder vor Ort. Den Hinweis wann welche Audio abgehört werden soll, bekommen Sie auf der Strecke.
Am 31.7.21 sind wir von 10-16 Uhr unter dieser Nummer: 0173/ 3611266 erreichbar - falls ein Rätsel nicht zu lösen ist!

Der Startpunkt ist an der Donau - am Eisernen Steg (Holzländestraße). Von hier aus geht es mit Audio 1 und 2 weiter.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Jeder bestimmt sein eigenes Tempo.

Audio 1 Donau - Eiserner Steg

Audio 1 in schriftlicher Form

"Hallo und herzlich willkommen bei der ersten Kiss Rallye im Jahr 2021. Wir gehen heute mit dem Fokus Seuchen, Katastrophen und Neuanfänge durch Regensburg. Sie befinden sich gerade an der Donau. Einer der Lebensadern der Stadt. Sie haben einen wunderschönen Blick auf den Eisernen Steg, auf den oberen Wöhrd - alles ist idyllisch. Vielleicht hören Sie Vögel zwitschern.
Wir laden Sie ein zu einer Zeitreise. Tauchen Sie gedanklich ein - in die mittelalterliche Stadt Regensburg.

In der mittelalterlichen Stadt Regensburg stehen Sie auch an der Donau, aber diese wunderschöne blaue Donau ist die Müllabfuhr. Aller Unrat, aller Schmutz kam im Mittelalter einfach ungefiltert in die Donau und diese transportierte den Müll aus der Stadt hinaus.

Wir laden Sie jetzt ein in die Geruchswelt der mittelalterlichen Stadt. Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch die schönen idyllischen Straßen von Regensburg. Die Straßen sind nicht gepflastert. Auf den Straßen liegt der Hausunrat, das Spülwasser, das Abwasser. Alles wird ungefiltert auf die Straßen geschüttet. In den Höfen waren im Mittelalter Schweine, Hühner und Ziegen und mit ihnen der ganze Viehdreck, Lärm und Mist. Dieser musste erst nach 8 Tagen auf dem Feld landen. Man kann sich den Geruch vorstellen. Ab 1599 war es verboten sein Geschäft auf der Straße zu verrichten. Herzlich willkommen in der Geruchswelt der mittelalterlichen Stadt Regensburg. "

Audio 2 Donau - Eiserner Steg - Holzländestraße

Audio 2 in schriftlicher Form

Als sich durch Reisende und die hygienischen Verhältnisse der Aussatz aus dem Orient nach Europa hin verbreitete, wurde das Warmbaden unter allen Klassen der städtischen Bevölkerung stark betrieben.

Von den Obrigkeiten wurden Badstuben angelegt, um das Baden aus hygienischen Gründen zu fördern.
Einer dieser Badstuben ist ganz in der Nähe. Wir begeben uns jetzt zum Weißgerbergraben 2.
Im Badehaus gab es Wannen, Schwitz- und Dampfbäder, denen Schwefel, Kochsalz und Kräuter beigefügt wurden. Wenn man es sich leisten konnte, wurde man mit warmem Wasser und Seife gewaschen. Der Bader hatte viele Aufgaben. Außer Baden zog er Zähne, verabreichte Klistiere und hatte sonst die eine oder andere Überschneidung mit den Wundärzten, Scherern und Barbieren.

Die Badstube hatte noch eine Besonderheit. Die Badstube im Weißgerbergraben 2 hatte ein Schöpfwerk, welches das Wasser aus der Donau ins Haus beförderte. Der Bader als Betreiber der Badestube musste, weil er somit auch viele Eimer hatte, auch Brände löschen. Wasser war Mangelware und bei einem Brand brauchte man viele Eimer und schnell Wasser in der Stadt. Eine der Aufgaben der Bader – die man ihnen sonst wohl nicht so schnell zuschreiben würde.

Wenn Sie jetzt gegenüber des Weißgerbergrabens 2 stehen, sehen Sie sich einmal genau um. Wir haben ein Rätsel versteckt, das den Weg zur nächsten Station weist.

Audio 3

Audio 3 in schriftlicher Form

Wasser ist der Träger allen Lebens auf der Erde.

Schon den Völkern der Antike galt es als heilbringend und heilig. Die Versorgung der Stadtbevölkerung mit Wasser erfolgte ursprünglich aus Brunnen, von denen es gegen Ende des Mittelalters in Regensburg etwa 1000 gegeben haben mag. Private Brunnen fanden sich in den Höfen. Auf den Straßen konnte Wasser aus öffentlichen Brunnen geschöpft werden. Der sogenannte Erhardi-Brunnen in der Erhardigasse dürfte eine der ältesten Brunnenanlagen Regensburgs sein.

Brunnen waren allerdings so eine Sache. Sie lieferten Wasser von ungleicher Güte, denn der Wasserstand der Brunnen war von den Schwankungen des Donauwasserspiegels beeinflusst. Undichte Abort-Gruben in den Höfen und die Nähe von Miststätten verseuchten Grund- und Brunnenwasser - Ursachen für viele Krankheiten. Da gab es eine Lösung, einen Neuanfang: Wasser in Leitungen.

Regensburg ist wohl eine der wenigen deutschen Städte deren Versorgung mit Leitungswasser eine so alte Tradition hat:  Die erste Wasserleitung bauten die Mönche von St. Emmeram von 1177 bis 1201. Die Leitung begann in der Brunnstube in der Nähe von Dechbetten und endete im Kloster St. Emmeram. Erst dreieinhalb Jahrhunderte nach dem Bau der Emmeramer Wasserleitung entschlossen sich auch der Rat und Bürger der Stadt Regensburg, von den reichen Wasservorkommen rund um Dechbetten eine Rohrleitung in die Stadt zu führen. Diese Rohrleitung war nicht aus Blei wie die klösterliche - das war viel zu teuer – sondern wurde aus durchbohrten Baumstämmen erstellt, sogenannten Deicheln.

Die Fertigstellung der Leitung brachte um 1551 Brunnen mit sich: Am Arnulfsplatz, am Haidplatz, vor dem Marktturm beim Rathaus, am Neupfarrplatz und am Krauterermarkt waren Brunnen für den öffentlichen Gebrauch errichtet. Auch am Fischmarkt gibt es einen Brunnen, er speist sich aber aus dem Überwasser des Brunnens am Rathaus. Mehrere Bürger erhielten eine Zuleitung in ihre Häuser und auch das Spital St. Lazarus, in der Prüfeningerstraße, das in nächster Nähe der Rohrleitung lag, bekam einen Anschluss.
Wasser, sauberes Wasser in der Stadt: ein Neuanfang und das Ende der durch Brunnen übertragenen Krankheiten.

Audio 4

Audio 4 in schriftlicher Form

Wir waren am ehemaligen Pestkrankenhaus am Ägidienplatz. Jetzt sind wir an der Pestsäule. Wenn wir hinter uns blicken, sehen wir den Stadtpark. Er liegt außerhalb der mittelalterlichen Stadtgrenze. Hier wurde 1296 ein Leprosium, das St, Lazarus Leprosenhaus errichtet. Als die Krankheit Lepra allmählich verschwand, wurden dort auch Pestkranke aufgenommen. 1613 wurde ein Pestinhaus im Norden des Stadtparkes errichtet. Hinweise darauf finden wir noch in Ruinen im Stadtpark.

Wir kam man im Mittelalter in die Stadt, die mit Mauern umschlossen war? Durch die mittelalterlichen Stadttore. Da Jakobstor hier vor uns hatte im Mittelalter eine besondere Bedeutung. In Zeiten der Pest versuchte man, die Bewohner der Stadt zu schützen, indem man Personenaus bestimmten pestbefallenen Gegenden die Einreise verbot.

Der Pestbrief entstand. Eine Art Gesundheitsbrief, in dem stand, woher man kam. Der Pestbrief wurde am Jakobstor kontrolliert. Wer aus einer Gegend kam, in der die Pest gerade ausgebrochen war, der durfte nur nach vierwöchiger Quarantäne einreisen. Pestbriefe sind im Übrigen die Vorläufer unserer heutigen Reisepässe.

Nun wenden wir uns dem Grün zu. Gehen Sie in den Stadtpark. Ab dem Eingang dürfen Sie Schnipsel jagen. Wir haben Hinweise/ Schnipsel versteckt, die Sie zum KISS-Team, zu einem kühlen Getränk und zu einem ruhigen Plätzchen führen. Bis gleich!